Dienstag, 17. März 2009

Singapur

Nach mehr als elf Stunden Flug kommen wir abends in Singapur an. Vertraute feuchtwarme Luft und der typische Geruch von Nelkenzigaretten begruesst mich, als ich aus dem klimatisierten Flughafengebaeude trete. Noch ist es hell und auf der Fahrt zum Hotel im pittoreskem Little India sehe ich ueppigste tropische Vegetation, recreational areas und Wohnburgen in einem Architekturstil, den ich nicht zuordnen kann. Neo-Irgendwas. Die Lage des Hotels ist angenehm, ruhig und doch in einer der wenigen uebriggebliebenen urspruenglichen Stadtvierteln. Ich vermute, das Wort Multikulti gibt es hier nicht, denn Singapur besteht aus jeher verschiedenen (und jetzt fehlt mir das politisch korrekte Wort: Ethnien, Voelkern, Staemmen?). Abends streunen wir durchs Viertel, mit ungewohnt leichter Kleidung und offenen Schuhen. In der offenen chinesischen Garkueche weckt ein Schwarztee mit dicker suesser Milch meine Lebensgeister und erinnert mich an meine letzten Asienreise vor drei Jahren. Ein paar Strassen weiter erfreuen die asiatischen Koestlichkeiten eines Food Court unsere Gaumen: Dim Sum, kleine gefuellte, gedaempfte Teigtaschen und Satey-Spiesse. Sehr koestlich!
Aufgrund der Zeitverschiebung sind unsere Muede-und-Wach-Zeiten schoen durcheinandergekommen. Ein bisschen wollen wir doch von der Stadt sehen, und so reisst uns das Weckerkligeln um 10 Uhr, gefuehlte 3-Uhr-nachts, aus dem spaet gefundenen Schlaf. Da es in diesem Viertel nur indisches oder chinesisches Fruehstueck gibt, nehmen wir die U-Bahn 4 Stationen weiter nach Orchard, der Hotel- und Shoppingmeile der Stadt, um in einer globalisierten amerikanischen Kaffeeketten-Dependence Kaffee und Gebaeck zu uns zu nehmen, was leider oder zum Glueck sehr vertraut ist. Ich weiss nicht, was das Erinnerungsvermoegen so mit einem macht, aber waren die Baeume hier schon immer so gross und ueppig?
rain, rain, beautiful rain, in Singapore
Wir sitzen draussen unter einem Schirm, als es anfaengt zu regnen. Starker, erbarmungsloser, lauter Tropenregen, der auch mal nach einer halben Stunde vorbei sein kann. Aber nicht ist, sondern nur noch lauter und heftiger wird, und wir muessen nicht ueberlegen, was machen wir jetzt, da der Regen fuer uns entscheidet, bleibt mal schoen sitzen im Trockenen. Als es nachlaesst, gehen wir weiter Richtung Tanglin Shopping Centre, ein mir aus den 70er Haren vertrautes Gebaeude. Hier war damals das Lufthansa-Stadtbuero meines Vaters. Nebenan amuesiert mich die Fisch-Fuss-Massage: Der Besucher setzt sich auf eine Bank und haelt die nackten Fuesse in ein Aquarium. Kleine Fischschwaerme erfreuen sich an den Hautschuppen, die sie abknabbern. 38 Singapurdollar (ca. 20 Euro) fuer 30 Minuten.
Waere die Notgemeinschaft Flugpassagiere ein Schulklasse, so waren es die Klassenclowns, neben denen ich abends im Flieger nach Sydney sass. Zwei sehr junge Deutsche mit Strohhueten, die viel Bier tranken und nicht gerade leise waren. Ich weiss nicht, ob ich die Dinge, die sie mir erzaehlten, wirklich wissen wollten. Nach 7 Stunden Flug klatschten sie laut bei der Landung und einer rief in die Menge, ich bin so froh, hier zu sein. Irgendwie auch niedlich.
Schiddrigkeit - 23. Mär, 15:07

Hello Mäddäm,
ich habe mir in Zürich diese süße Milch in der Tube gekauft. Hier im Tee erinnert sie mich auch an Malaysia! Ist aber mehr oder weniger ein Abklatsch...

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